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Dossier

Rheingold in elsässischen Flakons

Das Elsass ist Frankreichs bedeutendste Erzeugerregion für Weißwein und auch die größte Bierbrauregion. Und dabei setzt es auf die Authentizität seiner Terroirs.

Das Elsass ist eine der einzigen Region der Welt, in der auf dem gleichen Gebiet Wein und Bier hergestellt werden. Die Weinreben und der Hopfen sind die beiden unverkennbaren Kennzeichen seiner Landschaften. Wein und Bier sind Ausdruck einer Form von Überfluss und Urwüchsigkeit, die charakteristisch für die elsässische Lebenskunst sind.

Von Wissembourg im Norden bis zum 180 Kilometer weiter im Süden gelegenen Thann zählt das Elsass 119 Gemeinden und knapp 1.000 Winzerfamilien in einem der nördlichsten Weinanbaugebiete Frankreichs und Europas. Das elsässische Weinanbaugebiet wird von einem trockenen Klima (Colmar ist sogar eine der Städte Frankreichs mit den geringsten Niederschlägen), einer Ost- und Südlage und sehr vielfältigen Bodensorten begünstigt und erstreckt sich über 15.500 Hektar. Auf dreizehn verschiedenen geologischen Formationen bauen 4.000 Winzer sieben Hauptrebensorten an: Gewürztraminer, Sylvaner, Riesling, Muskateller, Weißburgunder, Grauburgunder und Schwarzburgunder.

Im Jahr 2014 produzierte das Elsass 150 Millionen Flaschen Wein, davon: 70% mit der Appellation „AOC Alsace“, die seit 1962 verliehen wird, wobei der Wein stets in der typischen Rheinwein-Flasche, der berühmten „Elsässer Flöte“ abgefüllt wird. 25% werden unter der Bezeichnung Crémant d’Alsace und 4% als Alsace Grands Crus verkauft. 2014 betrug der Gesamtumsatz des elsässischen Weinanbaus nach Aussagen des berufsübergreifenden Verbandes Conseil Interprofessionnel des Vins d’Alsace (CIVA) 540 Mio. €, wovon 140 Mio. € im Export erzielt wurden. Das Elsass ist vor den Pays de Loire und dem Burgund der größte französische Erzeuger von stillen Weißweinen. Obwohl die Rebflächen im Elsass nur 4,5% der landwirtschaftlichen Nutzflächen belegen, stellt der Wein 40% des gesamten Agrarprodukts der Region dar.

2. größter Bio-Weinberg Frankreichs

Die Elsässer Weine werden heute von zwei Haupttendenzen geprägt: die Rückkehr zur Natur und zum Terroir. Im Jahr 2015 bauen 281 elsässische Winzer ihre Trauben unter dem Label für biologischen Landbau (AB) an, von denen 50 nach den Grundsätzen des biodynamischen Landbaus arbeiten.  In zehn Jahren vervielfachte sich die Anzahl der Bio-Winzer und Bio-Rebflächen um das Vier- bzw. Sechsfache. Rund 2.230 Hektor Rebflächen werden unter dem Bio-Label angebaut, was 14,2% des gesamten Weinbergs entspricht, der damit der zweitgrößte Bio-Weinberg Frankreichs ist.

Seit 2011 können zusätzlich zur Angabe „AOC d’Alsace“ dreizehn Gemeinden bzw. streng abgegrenzte interkommunale Einheiten auf dem Etikett angegeben werden. Diese Suche nach der Authentizität des Weinbaugebiets ist die natürliche Ergänzung zur Einführung der elsässischen Grands Crus. Seit 1975 wurden vom INAO (französisches Institut für Qualitäts- und Herkunftsbezeichnungen) 51 Einzellagenbezeichnungen festgelegt, die von außergewöhnlichen Hängen, Böden, Klimabedingungen und Expositionen gekennzeichnet sind. Dadurch entstanden ebenso viele Weine mit der europäischen geschützten Ursprungsbezeichnung Alsace Grand Cru. Die kleinste Grand-Cru-Lage umfasst lediglich 3,23 Hektar: der Kanzlerberg in Bergheim, der bereits im Jahr 1312 erwähnt und getrennt von anderen Lagen ausgebaut wurde.

Größte Bierbrauregion Frankreichs

Derselbe Geschmack für Originalität und herausgehobene Qualität erklärt auch die Hülle und Fülle von Mikrobrauereien. Neben den großen internationalen Konzernen, die die bekannten Marken Kronenbourg, Fischer und La Licorne übernahmen, und Météor, der letzten unabhängigen Großbrauerei der Region, entstanden in den letzten Jahren die Brauereien von Uberach, Moon und La Perle, um nur drei der 35 im Elsass verzeichneten Handwerksbrauereien zu nennen. Während die ersten beiden quasi aus dem Nichts entstanden, d.h. von Bierliebhabern gegründet wurden, die ihre ersten Maischen in der eigenen Küche brauten, entstand die dritte durch die Wiederbelebung einer ehemaligen Brauerei.

Diese neue Farb- und Geschmackspalette der elsässischen Biere erinnert zudem daran, dass das Elsass die bedeutendste Bierbrauregion Frankreichs ist. Im Jahr 2014 brauten die sechs Brauereien, die Mitglied im elsässischen Brauerbund Syndicat des Brasseurs d’Alsace (Kronenbourg, Heineken, Météor, Licorne, Saint-Pierre und Uberach) sind, knapp 10 Millionen Hektoliter Bier, d.h. knapp 60% der französischen Bierproduktion. Ihr Gesamtumsatz beläuft sich auf 1,4 Milliarden Euro.
Diese sechs Brauereien, in denen knapp 1.400 Mitarbeiter beschäftigt sind, investierten zwischen 2011 und 2014 150 Mio. € in ihre Produktionsanlagen, in Umbauten ihrer Dienstgebäude und in die Verbesserung ihrer Umweltleistung.

Aber im Elsass begnügt man sich nicht damit, Bier nur zu brauen. Es gibt auch zwei Mälzereien, die Malz erzeugen. Des Weiteren produzieren rund 60 Landwirte jährlich etwas mehr als 700 Tonnen Hopfen, die dem Bier seinen unvergleichlichen Geschmack verleihen. Und die Brauerei Licorne aus Saverne braut unter dem Namen „Licorne Elsass“ seit einigen Jahren sogar ein 100% elsässisches Bier aus Gerste, die im Elsass angebaut und geerntet wird.

Bier Elsass