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Dossier

Elsässische Kreativität in Hülle und Fülle

Nur wenige Wochen vor der Abgabe der elsässischen Bewerbung für die French Tech zeigt das Elsass, dass es viele Argumente für die Teilnahme am großen Abenteuer der Wirtschaft 4.0 vorzuweisen hat.

Hier geht es um den Schock der Ideen oder Kulturen, um unglaubliche Begegnungen zwischen Künstlern, Kreativen, Lehrern, Studenten, Start-ups und etablierten Unternehmen, um Kreuzungen, Experimente, Erleuchtungen und neue Entwicklungen… und in all diesem bunten Treiben entstehen einige wertvolle innovative Projekte: die erste vernetzte Bademode, die erste virtuelle Besichtigung eines historischen Monuments in 3-D und totaler Immersion, ein Ski-Slalom-Simulator… Hier pulsiert die elsässische Kreativwirtschaft!

Sie meinen Coworking?

2014 gründete eine Gruppe von Straßburger Unternehmern Accro. Ziel dieser Talenteschmiede ist es, das kreative Unternehmertum anzukurbeln und zu begleiten, indem die verschiedenen Welten der Künste, der Wissenschaft, der Technologie und des Unternehmens miteinander gekreuzt werden. Zu den herausragenden Aktionen gehört die Projektausschreibung Tango&Scan, die Begegnungen zwischen einem Akteur aus der Kreativbranche mit einem Akteur aus einer anderen  Branche fördert, um gemeinsam ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Seit 2012 wurden auf diese Weise 73 Projekte mit insgesamt 150 Teilnehmern ausgewählt, umgesetzt und finanziell unterstützt.

Noch etwas innovativer und ausgefallener, geekiger eben, ist Alsace Digitale. „Wir sind ein Team von Enthusiasten, das sich mit Leib und Seele dafür engagiert, die örtliche Wirtschaftsstruktur zu beleben“, sagen die – allesamt ehrenamtlichen – Organisatoren über sich selbst. Sie betreiben insbesondere die Einrichtung Plage Digitale, einen Ort der Begegnung und ein kreativer Melting Pot in den beiden Coworking-Spaces von Rivetoile und dem brandneuen Shadock in Straßburg. Sie organisieren ungewöhnliche Veranstaltungen wie die Demo Night, bei der Startuper fünf Minuten Zeit haben, um in einer Show-Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren, sogenannte „Barcamps“, eine Art Nicht-Konferenzen, deren Themen erst am Tag der Veranstaltung bekannt gegeben werden und bei denen man „Pionieren des Unvermeidbaren begegnet und es keine Zuschauer sondern Teilnehmer gibt“, sagen die Organisatoren.

Shadok Strasbourg

Die Amibition der Franch Tech Alsace

Auch in Mulhouse wird kreiert. Zunächst einmal ist hier in der ältesten und symbolträchtigen Industriestadt des Elsass vor knapp zehn Jahren der erste Zusammenschluss von elsässischen Unternehmen der Digitalwirtschaft entstanden: Rhénatic. Heute sind diese Unternehmer der Business-Vorteil für die elsässische Bewerbung für die French Tech. „Die Idee dahinter“, so Jean-Christophe Uhl, der das Projekt French Tech bei Rhénatic betreut, „ist es, entweder dem digitalen Tsunami standzuhalten oder daran teilzunehmen, da es eben gerade die digitalen Technologien ermöglichen, dass die Kleinen die Großen auffressen.“ 

Die elsässische digitale Ambition lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Mehr als 10.000 Arbeitsplätze werden bis 2025 entstehen, 5.000 „digitalisierte“ Unternehmen, 130 Start-ups werden jährlich beim Export betreut, 10 Pilotstandorte unter dem Label „Zukunftsfabrik“, 10 neue internationale Marktführer im digitalen Sektor…

Die Digitalwirtschaft, ein frischer Wind für die Industrie

Dafür wurde ein Businessplan bis 2017 erstellt, der einige Leitideen beinhaltet: die Gründung einer europäischen Start-up-Schule, die Gründung von zwei Business-Beschleunigern im Gesundheitsbereich, die Kreation eines Serious Games im Rahmen der „lernenden Region“… Durch drei Unterscheidungsmerkmale dürfte sich die elsässische Bewerbung von ihren Konkurrenten abheben können: die TechMeds rund um das IRCAD und die IHU, die Fabrik 4.0 oder wie einer industriellen Region mithilfe der Digitalwirtschaft neuer Schwung verliehen wird, und natürlich der grenzüberschreitende Charakter. So sollen zum Beispiel die Coworking-Spaces in Mulhouse (KM0) und Straßburg (Shadok) auch für Start-ups aus Deutschland, der Schweiz und anderswo geöffnet werden.

Und alle legen sich ins Zeug, um somit vielleicht das große Los zu ziehen: die Kompetenz-Zentren,  Alsace Biovalley, Véhicule du Futur, énergivie, das Gründerzentrum Semia, die Hochschulen im Elsass aber auch in den Nachbarregionen Baden-Württemberg und Basel, die Gebietskörperschaften, Handelskammern… „Die Tatsache, das Rhénatic, Alsace Digitale, Accro, die Städte Mulhouse und Straßburg bereits erfolgreich über das urbane Zentrum gemeinsam an der Bewerbung für die French Tech gearbeitet haben, ist sehr positiv, freut sich Jean-Christophe Uhl. Es ist eine wirkliche Zusammenarbeit entstanden. Das Ökosystem ist erwacht. Wissen Sie, Menschen dazu zu bringen, zusammen zu arbeiten, die es nicht unbedingt gewöhnt sind, zusammenzuarbeiten, darin liegt die ganze Herausforderung für die Kreativwirtschaft von morgen.“