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Dossier

Die Elsässische Kultur orientiert sich wieder in Richtung Oberrhein

Kulturaktionen entfalten sich im größtmöglichen Spektrum vom Norden bis zum Süden des Elsass und finden an den schönsten, aber auch an den erstaunlichsten Orten statt. Vor allem Kunst und Industrie arbeiten dabei besonders gut zusammen.

Im kulturellen Bereich mangelt es dem Elsass nicht an Vorzeigeobjekten. Da wäre zunächst das Théâtre National de Strasbourg, das einzige Nationaltheater Frankreichs außerhalb von Paris, das der Comédie Française und dem Théâtre National de l’Odéon in nichts nachsteht. Dann gibt es noch die Opéra National du Rhin mit ihren beliebten Festivals wie dem hochkarätigen Musica, das jeden Herbst die Crème de la Crème der zeitgenössischen Musik in die prächtigsten Säle Straßburgs und natürlich auch Mühlhausens lockt, aber auch in die Kultureinrichtungen kleinerer Städte.

Das „neue Unterlinden“

Dem Musée Unterlinden wurde es mit der Zeit zu eng in den Räumen des ehemaligen Dominikanerinnen-Klosters, dessen Kapelle den atemberaubenden, weltbekannten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald beherbergt. Das Museum wird derzeit renoviert und neue Ausstellungsräume entstehen in den ehemaligen Städtischen Bädern, auf der anderen Seite des kleinen Kanals, in dem die Sinn fließt. Bauleiter dieses Projekts ist das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron (Tate Gallery of Modern Art in London, Nationalstadion in Peking…).

Diese exzellenten Zugpferde sind noch längst nicht alles. Die elsässische Kultur will sich nicht länger vom restlichen Oberrheingebiet abschotten. „Wir können nur gemeinsam vom Rest der Welt wahrgenommen werden“, betont immer wieder Jean-Luc Bredel, Präsident der Association Europe, Culture et Citoyenneté, ehemaliger Leiter der Behörden für kulturelle Angelegenheiten in den Regionen Elsass, Provence-Alpes-Côte-d’Azur und Lothringen, und einer der Verantwortlichen des Internetportals Szenik, das auf einer einzigen Webseite das Beste der Bühnen in der Oberrheinregion zusammenfasst. Um sich hervorzutun, muss sich die elsässische Kulturszene mit ihren badischen und baslerischen Nachbarn zusammenschließen. Insbesondere da die Museen Frieder Burda in Baden-Baden und Fondation Beyeler in Basel sowie die wichtigste Weltmesse für zeitgenössische Kunst, Art Basel, auf der anderen Seite der Grenze jedes Jahr die anspruchsvollsten Kunstliebhaber anziehen.

TNS ©Franck Beloncle

Industriekapitäne sind inspiriert

So ist das Elsass auf die neue Oberrhein-Welle aufgesprungen. Auf diese Weise sind in gerade einmal 15 Jahren drei Juwele der zeitgenössischen Kunst entstanden: Das Musée Würth in Erstein, die Fondation François Schneider in Wattwiller und die Fondation Fernet-Branca in Saint-Louis. Überraschende Orte, wie ein Gewerbegebiet, stillgelegte Räume einer Thermalquelle oder eine ehemalige Brennerei, werden von motivierten Industriekapitänen gefördert, die sich dem Dienst an der zeitgenössischen Kunst verschrieben haben: Es funktioniert! „Ein Industrieabenteuer und ein Kunstabenteuer haben einiges gemeinsam“, äußert entzückt Jean-Luc Bredel. „Es ist eine Gesellenbruderschaft.“ Oder eine neue Idee im Rahmen einer besonders dynamischen Oberrheinregion, die im Elsass sehr gut zu gedeihen scheint.