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Dossier

Das Elsass : attraktiv für führungskräfte

In Sachen Anziehungskraft auf junge Führungskräfte und junge Hochschulabsolventen belegt das Elsass Platz 7 unter den französischen Regionen. Eine gute Platzierung, die auf seine Integrationsfähigkeit externer Talente zurückzuführen ist.

Laut einer Studie der APEC (Arbeitsagentur für Führungskräfte) – die jüngste ihrer Art stammt von März 2012 – gehört das Elsass zu den Top 10 der französischen Regionen, die bei jungen Hochschulabsolventen und jungen Führungskräften in Bezug auf Lebensqualität und wirtschaftliche Dynamik am beliebtesten sind. Das Elsass belegt in diesem Ranking Platz 7 hinter den Regionen Rhône-Alpes, Provence-Alpes-Côtes-d’Azur, Midi-Pyrénées und Aquitaine, auf Augenhöhe mit der Bretagne und dem Languedoc-Roussillon und knapp vor dem Nord-Pas-de-Calais.

Dabei fehlt es dem Elsass natürlich nicht an Argumenten, um die Führungskräfte für sich zu gewinnen: die Schönheit seiner Landschaften, die cremige Textur seiner Weine, den Reichtum seiner Gastronomie, einige kulturelle Höhepunkte in Sachen Lebenskunst (wie das Straßburger Münster und der Isenheimer Altar sowie die Oper und das Nationaltheater von Straßburg, ST-ART, die Messe für zeitgenössische Kunst, die im Kommen ist…), eine nicht von der Hand zu weisende industrielle Vergangenheit und einige Perlen in der Biotech-Branche. Und das ist noch lange nicht alles…

„Nähe zu Deutschland und der Schweiz“

Laut Guy Tonnelier, der aus der Region Pays de la Loire stammt und Präsident der Initiative Strasbourg ist, die Unternehmensgründer und -übernehmer betreut, verfügt das Elsass über eine gewisse Anzahl an Vorteilen für Führungskräfte, die sich zwischen den Vogesen und dem Rhein niederlassen wollen: „Ein Lebensstandard, der das Elsass auf der Skala der französischen Regionen ganz oben platziert, ein großer kultureller Reichtum sowie die Nähe zu Deutschland und der Schweiz, die für einen Bretonen oder einen Einwohner der Auvergne fast exotisch anmutet und die neugierig darauf macht, was auf der anderen Seite passiert.“

Guy Tonnelier, nimmt dabei auch die Anziehungskraft wahr, die das Elsass auf deutsche Führungskräfte ausübt. „Für sie ist es umso verlockender hier zu arbeiten, wenn sie wissen, dass sprachliche Fragen für sie kein Problem darstellen werden. Sie wissen zudem, dass sie sich aufgrund der großen Anzahl an deutschen Unternehmen in der elsässischen Wirtschaft nicht fremd fühlen, die für sie im Übrigen eine wirtschaftliche Einheit bildet.“

Junge Ausländer, Botschafter des Elsass

Doch für Antoine Latham, Leiter der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace, der die Wirtschaft der Region wie seine Westentasche kennt, liegen die wahren Vorzüge des Elsass möglicherweise auf einem ganz anderen Gebiet: „Das Elsass ist dann am attraktivsten, wenn es sich den anderen öffnet. Das Elsass steht nicht nur für Traditionen und das Leben auf dem Land, sondern auch für Großstadtviertel und die französische Universität, an der die meisten ausländischen Studenten studieren… Das Elsass ist eine Region der Transformation und sie ist dann am stärksten, wenn sie integrierend wirkt.“

Lassen Sie uns in diesem Sinne einige Vorreiterinitiativen aufführen. Der Anfang der 2000er Jahre gegründete Verein association des Jeunes Ambassadeurs d’Alsace (Verein der jungen Botschafter des Elsass). Mehr als 100 ausländische Studenten aus rund 50 verschiedenen Ländern werden von fast ebenso vielen Paten aus der Wirtschaft empfangen, mit denen sie das Elsass kennenlernen: die Winstub, das hochwertige Kulturangebot, die Industrieunternehmen und die ehrgeizigen Start-ups. Ziel der Initiative ist es, alle dieser Studenten zu begeisterten „Botschaftern“ des Elsass zu machen, wenn sie wieder bei sich zu Hause oder an anderen Orten der Welt Führungspositionen übernehmen.

Grégoire, ein ehemaliger Student des INSA aus Togo, berichtet: „Im Herzen bin ich jetzt Elsässer. Ich bin vor drei Monaten nach Togo zurückgekehrt und Straßburg fehlt mir jetzt schon. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an Straßburg im Besonderen und an das Elsass ganz allgemein. Aus diesem Grund möchte ich gern bald wieder für einen Auftrag und für einer Urlaubsreise zurückkommen…“

Jeunes Ambassadeurs d'Alsace

EL Strasbourg ©Cyril Hanebna Citeasen

Alumni Netzwerk

Auf einer anderen Ebene war die Universität Straßburg im Jahr 2012 eine der ersten französischen Universitäten, die den Kontakt zu ehemaligen Studenten ausbaute und ein Alumni-Netzwerk gründete. Die Idee hierbei ist es, den jungen bzw. ehemaligen Hochschulabsolventen bei ihrer Arbeitssuche oder bei der Entwicklung ihrer Laufbahn weiterzuhelfen… wieso nicht im Elsass. Und dabei natürlich in der ganzen Welt die herausragenden Leistungen der Universität Straßburg bekannt zu machen. Das kann letzten Endes nur positive Auswirkungen auf die Rekrutierung von Führungskräften im Elsass haben.

Und, so stellt Antoine Latham abschließend fest, es kann durchaus sein, dass „die Genialität des Elsass auch in seiner humanistischen Tradition liegt. An der Universität Straßburg, deren erster Vizepräsident Theologe ist, sind die Sozialwissenschaften und die Theologie ebenso wichtig wie die Pharmazie. Wir müssen ganz laut und deutlich sagen, dass wir hier Menschen haben, die außerordentlich gut in Sprachen, Sozialwissenschaften und Kirchenrecht sind. Das macht unseren Unterschied aus.“ Möglicherweise liegt gerade hier die Integrationsstärke des Elsass.